29. September 2026
Damit wird die besondere Erfahrung und nachgewiesene Behandlungsqualität des spezialisierten Teams am Hernienzentrum bestätigt. Für Patientinnen und Patienten bedeutet eine solche Zertifizierung vor allem zusätzliche Orientierung und Sicherheit: Die Behandlung erfolgt in einem spezialisierten Umfeld, mit erfahrenen Fachleuten und auf Grundlage moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse und aktueller Leitlinien.
Chefarzt ist Prof. Dr. med. Guido Woeste. Koordinatorin des Zentrums und benannte Chirurgin ist Oberärztin Dr. Eva Hofmann.
Was ist eigentlich eine Hernie?
Unter einer Hernie versteht man eine Lücke in der Bauchwand, durch die sich Bauchfell und gegebenenfalls auch Bauchorgane oder Fettgewebe nach außen vorwölben können. Umgangssprachlich spricht man häufig von einem „Bruch“.
Solche Brüche können an unterschiedlichen Stellen auftreten. Besonders häufig sind Leistenhernien. Daneben gibt es unter anderem Nabelhernien, Narbenhernien und Schenkelhernien.
Die sicht- oder tastbare Vorwölbung ist dabei nur ein Teil des Problems. Entscheidend ist die sogenannte Bruchlücke – also die Stelle, an der die normalerweise stabil geschlossene Bauchwand eine Schwachstelle aufweist.
Bei der operativen Behandlung geht es deshalb im Kern darum, diese Lücke dauerhaft und möglichst schonend zu verschließen und die Stabilität der Bauchwand dauerhaft wiederherzustellen. Welche Operationsmethode dafür geeignet ist, hängt unter anderem von Art, Größe und Lage der Hernie sowie vom individuellen Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten ab.
Schenkelhernien
Eine besondere Bedeutung haben Schenkelhernien, medizinisch auch Femoralhernien genannt.
Sie entstehen nicht wie eine klassische Leistenhernie oberhalb, sondern unterhalb des Leistenbandes im Bereich des sogenannten Schenkelkanals. Durch diese anatomisch relativ enge Passage kann sich Bauchfell beziehungsweise Gewebe aus der Bauchhöhle nach außen vorwölben.
Das Problem: Der Bruchsack hat bei einer Schenkelhernie häufig nur wenig Platz. Deshalb besteht ein vergleichsweise hohes Risiko, dass sich Darmschlingen oder anderes Gewebe in der engen Bruchlücke einklemmen. Eine solche Einklemmung bezeichnet man medizinisch als Inkarzeration. Das ist ein Notfall.
Von dieser besonderen Form der Leistenhernie sind insbesondere Frauen betroffen, aufgrund der geschlechtsspezifischen Körperkonfiguration.
Im Notfall zählt Zeit
Gerade bei einer eingeklemmten Schenkelhernie ist es wichtig, dass die Patientin oder der Patient schnell untersucht und die Situation fachchirurgisch beurteilt wird.
Hier bietet das AGAPLESION ELISABETHENSTIFT in Darmstadt einen entscheidenden Vorteil: Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) ist rund um die Uhr geöffnet. Sie gewährleistet einen 24-Stunden-Dienst an sieben Tagen in der Woche und arbeitet interdisziplinär mit den verschiedenen Fachbereichen des Hauses zusammen. Auch akute Erkrankungen des Bauchraums, die möglicherweise eine operative Behandlung benötigen, gehören zum Spektrum der Notfallversorgung.
Damit ist das Elisabethenstift für Patientinnen und Patienten aus Darmstadt und der Umgebung eine wichtige Anlaufstelle, wenn eine Hernie plötzlich starke Beschwerden verursacht oder der Verdacht auf eine Einklemmung besteht.
Erfahrung und moderne Verfahren gehören zusammen
Die Hernienchirurgie hat sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt. Heute stehen neben klassischen offenen Operationen auch verschiedene minimalinvasive Verfahren zur Verfügung.
Welches Verfahren sinnvoll ist, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Eine gute Hernienchirurgie bedeutet nicht, bei jedem Patienten dieselbe Operation durchzuführen. Entscheidend sind vielmehr die individuelle Situation, die Anatomie, die Größe und Art des Bruches, mögliche Vorerkrankungen, bereits erfolgte Operationen und natürlich die Bedürfnisse der Patientin oder des Patienten.
Prof. Dr. med. Guido Woeste verfügt über eine ausgewiesene Spezialisierung auf die operative Behandlung von Leisten-, Schenkel- und Bauchwandhernien. Die Behandlung erfolgt je nach Befund konventionell oder minimalinvasiv und orientiert sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien.
Das zertifizierte Hernienzentrum am AGAPLESION ELISABETHENSTIFT behandelt dabei nicht nur klassische Leistenhernien, sondern das gesamte Spektrum der Bauchwandhernien – von Nabel- und Narbenhernien bis hin zu komplexen Bauchwanddefekten.
Bei der Zertifizierung des Hernienzentrums am Elisabethenstift wurde die Ergebnisqualität der Hernienoperationen umfassend betrachtet. Dazu gehörten Leistenhernien ebenso wie Nabel- und Narbenhernien sowie komplexe Bauchwanddefekte.
Für Betroffene bedeutet das: Wer sich wegen einer Hernie behandeln lässt, findet hier ein spezialisiertes Team mit hoher Erfahrung in der Hernienchirurgie vor – und eine Behandlung, die sich an modernen chirurgischen Standards orientiert.