Neues Info-Angebot für Endoprothesen-Patienten

01. August 2019

Chirurg, Anästhesist und Physiotherapeut klären über den Einbau eines neuen Knie- beziehungsweise Hüftgelenks auf.

Was passiert bei der Operation? Wann kann ich wieder aufstehen und laufen? Werde ich Schmerzen haben? Wann werde ich entlassen? Wer organisiert meinen Reha-Aufenthalt? Diese und andere Fragen beantworteten ein Chirurg, ein Anästhesist und ein Physiotherapeut bei der Endoprothetik-Informationsveranstaltung im AGAPLESION Elisabethenstift. Es war die Auftaktveranstaltung für ein neues Angebot, das zukünftig regelmäßig  stattfindet. Der nächste Termin ist am 18. September um 15 Uhr. Diese Infoveranstaltung richtet sich an Patienten, die einen Operationstermin für den Einsatz eines neuen Hüft- beziehungsweise Kniegelenks haben, und an Interessierte. Ziel der Veranstaltung ist es, den Patienten Ängste zu nehmen und offene Fragen zu klären.

Dr. Thomas Schreyer, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter des zertifizierten Endoprothesenzentrums, erklärte kurz den Ablauf der Operation und welche Kriterien für die Auswahl der Prothese entscheidend sind, in welchen Fällen zementiert wird und welche Operationstechniken am E-Stift angewandt werden. Seit 1938 werden am E-Stift Prothesen eingebaut, damit wurde in dem Krankenhaus Pionierarbeit auf diesem Gebiet geleistet. „Uns geht es aber nicht darum, möglichst hohe Operationszahlen zu erreichen, sondern uns geht es um die Behandlungsqualität. In jedem Einzelfall muss entschieden werden, ob es Alternativen für eine Operation gibt. Wir klären Patienten über konservative Behandlungsmethoden auf, wenn wir der Meinung sind, für eine Operation ist es noch zu früh“, so der Chefarzt.  

Die Endoprothesen-Patienten im E-Stift profitieren von  den Standards eines Krankenhauses, im Ernstfall gibt es eine Intensivstation und andere Fachabteilungen, aber auch eine spezialisierte Schmerztherapie oder das „Patient Blood Management“.  

Was das ist, erklärte Dr. Marc Winetzhammer, Chefarzt des Zentrums für Anästhesie. Die strenge Anwendung von Bluttransfusionen, Minimierung von Blutverlusten und die Diagnose und Behandlung einer möglicherweise vorhandenen Blutarmut sind die wesentlichen Elemente dieses Konzeptes. „Standardmäßig überprüfen wir vor allen Operationen den Hämoglobinwert, um eine Blutarmut, unter der viele Patienten unbemerkt leiden, aufzudecken. Nicht selten handelt es sich um einen Eisenmangel, den wir gut behandeln können. Zudem wird das  Wundblut während der Operation gesammelt, falls erforderlich aufbereitet und dem Körper wieder zurückgeführt.“ Er ermunterte die Patienten auch dazu, zu sagen, wenn sie Schmerzen haben. „Man kann und sollte dagegen etwas machen.“ Zudem erläuterte er die verschiedenen Narkosemethoden und klärte über das Risiko eines Delirs auf.

Kurz nach der Operation steht ein Physiotherapeut am Bett und unternimmt erste Gehversuche mit den Patienten. „In der Zeit, in der Sie hier sind,  üben wir auch Schuhe und Strümpfe anziehen und auch das Treppensteigen“, erklärt Michael Starzinsky, Leiter des Ambulanten Therapiezentrums am AGAPLESION Elisabethenstift. Er empfahl den Zuhörern, rechtzeitig vor der Operation mit gezielten Übungen anzufangen, um die Muskulatur zu stärken. „Je trainierter sie vor der Operation sind, desto schneller laufen sie wieder.“

Der nächste Termin für die Endoprothesen-Sprechstunde ist am 18. September um 15 Uhr. Treffpunkt ist am Patientenmanagement im Foyer des E-Stift. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 06151 4035005.