Altersdepression - Richtig erkennen und behandeln

10. März 2020

Für die Entstehung einer Depression im Alter spielen oft altersbedingte Veränderungen der Lebensumstände oder eine Minderung der geistigen Fähigkeiten eine wichtige Rolle.

Das klinische Bild der Altersdepression unterscheidet sich häufig von der typischen depressiven Episode bei jüngeren Erwachsenen: ältere Patienten klagen z.T. schwerpunktmäßig über körperliche Symptome und Kernsymptome der Depression wie Traurigkeit, Interesselosigkeit oder Motivationsschwäche stehen nicht im Vordergrund. Neben demenziellen Erkrankungen stellt die Altersdepression die häufigste psychische Störung bei Älteren dar. Sie ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die neben dem Verlust von Lebensqualität mit einem hohen Suizidrisiko einhergeht. Es ist davon auszugehen, dass viele Fälle von Altersdepression nicht erkannt oder nicht diagnostiziert werden. Leitliniengerechte oder gar evidenzbasiert wirksame Behandlungen erhalten ebenfalls nur eine Minderheit der Betroffenen. Dabei existieren seit Jahren gute empirische Evidenzen, dass sowohl die an die Bedingungen des Alterns angepasste medikamentöse antidepressive Therapie als auch die Psychotherapie effektiv sind in Akuttherapie, Erhaltungstherapie und
Rückfallprophylaxe. Der Vortrag stellt allgemeinverständlich die Möglichkeiten der Erkennung und erfolgreichen Behandlung von Depressionen bei Älteren dar.

Datum: 10. März 2020, 18 Uhr

Veranstaltungsort: Stiftssaal in der Stiftskirche, Erbacher Straße/Ecke Stiftstraße

Referent: Prof. Dr. med. Andreas Fellgiebel, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie